DDR und Deutschland Heute

Deutschrtussen in Deutschland

Home Sitemap Deutschrussen Zeitzeugen Zeitzeuge Rolf Schälike

Rolf Schälike - 06.03.2004

Nordbayerischer Kurier  05.3.2003

BAYREUTH/BINDLACH
Von Manfred Scherer

Zweieinhalb Jahre Haft hat das Jugendschöffengericht nach nicht öffentlicher Verhandlung gegen einen heute 18-Jährigen verhängt:

Nach Überzeugung der Richter war der Angeklagte der ominöse vierte Mann in dem so genannten Bindlacher Menschenraubfall, der bei seiner ersten gerichtlichen Aufarbeitung vor der Großen Strafkammer im Sommer vergangenen Jahres für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die Anklage gegen die drei Mittäter im Sommer 2002 und auch die gegen den 18-Jährigen jetzt gehen auf zwei Taten zurück, die im Sommer 2001 verübt wurden. Die Täter waren Deutschrussen, die Opfer waren Schüler aus Bindlach. Anlass waren
Schulden in Höhe von 1500 Mark, die einer der Schüler bei einem der Deutschrussen hatte - ob es bei dem Geld um ein Drogengeschäft ging, wurde nie ganz genau geklärt. Der Gläubiger und seine Freunde griffen dann zur Geldeintreibemethode  nach Mafiaart, nämlich zu Gewalt und zu Drohungen. Nachdem sie bei einer ersten Entführung des Schuldners, der auf einem Feldweg bei Bindlach mit Pistolen und dem Tod bedroht wurde, erfolglos blieben, wandten sie sich Tage später an einen Freund des Schülers. Der schlug vor lauter Angst vor, mit seiner EC-Karte das geforderte Geld abzuheben und so die Schulden seines Freundes zu bezahlen.

Kurz nach der Tat wurden die vier von der Polizei im Bayreuther Stadtteil Burg gestellt. Zwei Verdächtige wurden gleich festgenommen, ein dritter stellte sich bald der Polizei. Der vierte Mann blieb verschwunden, der Prozess um die zwei Entführungen und Erpressungen begann ohne ihn. Das Kernproblem in dem Verfahren beim Landgericht: Einer der Angeklagten war bereits erwachsen und somit im Vergleich zu den jugendlichen Mittätern von weit höherer Strafe bedroht. Dieser Mann behauptete, nur bei einer der Entführungen beteiligt gewesen zu sein und da nur als Mitläufer. Die Opfer sagten hingegen aus, der 22-Jährige sei bei beiden Taten beteiligt gewesen, und zwar als Mittäter. Der unbekannte vierte Mann wurde als der Haupttäter der ersten Entführung ins Spiel gebracht. Am Tag der geplanten Urteilsverkündung im Juli 2002 stellte sich der vierte Mann.

 Erzwungene Lüge

Jetzt berichtete er in seinem eigenen Prozess, wie es dazu kam: Ein unbekannter, gut gekleideter Russe hatte ihn damals aufgespürt und ihn mit Waffengewalt in einer Kiesgrube bedroht. Zweck: Entlastung des 22-jährigen Angeklagten im Landgerichtsprozess. Der junge Mann versuchte das und scheiterte mit seiner widersprüchlichen Aussage. Der 22-jährige Angeklagte wurde damals zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dass er damals gelogen hatte, gab der 18-Jährige jetzt im Prozess zu, wenngleich er seine Rolle bei der zweiten Entführung herunterspielte. Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Konrad Breunig glaubte jedoch den Aussagen des um rund 1000 Mark erpressten Schülers, der dem letzten Angeklagten eine aktive Rolle zuschrieb.

Für die Falschaussage im Prozess gegen seine Komplizen kommt auf den 18-Jährigen eine weitere Anklage zu, sagte ein Gerichtssprecher auf Anfrage unserer Zeitung weiter.

Home Sitemap (Inhaltsverzeichnis) Deutschrussen Berichte

Zeitzeuge Rolf Schälike

.

Bitte senden Sie Ihre Kommentare an Rolf Schälike
Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 06.03.04
Impressum