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Grundeinkommen - September 2004
Ein Grundeinkommen von 700,00 € monatlich
(die Hälfte bei Arbeitsablehnung als Darlehen) ?
Hannes Koch in der TAZ v. 27. September 2004:
"Heute ist das Einkommen an Arbeit
geknüpft. Warum soll man das ändern?
Der erste Grund liegt in der
vermutlich richtigen Analyse, dass die Wachstumsgesellschaft
westeuropäischer Prägung auf Jahrzehnte hin keine ausreichende Zahl von
Stellen zur Verfügung stellen kann.
Die zweite Rechtfertigung
argumentiert mit dem sozialen Menschenrecht, dass in einer reichen
Gesellschaft niemandem die Teilhabe an einem ausreichenden Lebensstandard
verwehrt werden kann.
Und die dritte Begründung lautet
kapitalismusimmanent: Zwang zur Arbeit bringt nichts, freie Menschen sind
produktiver als Sklaven - ausreichend abgesichert und unabhängig werden
viele sich selbst einen Job schaffen."
Dann schreibt Koch zum Schluss:
"Bisher hat niemand den ganz großen
Haken in seinem (Opielkas) Konzept nachweisen können"
Zum ersten Grund, auch unter den heute in
Europa herrschenden Bedingungen:
Arbeit gibt es genug. Abgesehen von solch
unendlichen Arbeitsvolumina, wie für
Forschung, Medizin (Gesundheit), Kunst, Kosmos würde die
Unterbringung des Verkehrs (des Autos) unter die Erde und der Aufbau eines
blühenden Paradieses auf Erden unendliche Arbeit für jede Qualifikation
bringen. Ökologisch saubere Produktion bedeutet
Arbeit für alle.
Zum zweiten Grund:
Die Teilhabe am Mehr des Anderen bedeutet
Wegnahme beim Anderen. Eine Gesellschaft wird reich durch das Mehr der
Anderen. Wir denen zu viel weggenommen, gibt es kein Mehr und die
Gesellschaft wird arm. Widerstand gegen Armut ist auch eine Menschenrecht.
Zum dritten Grund:
Freie Menschen gibt es nicht. Fällt der
materielle Zwang zur Arbeit weg, dann bleiben die andere Zwänge und es
entstehen neue nicht durch die Arbeit geregelte. Diese Zwänge können mehr
Probleme bringen als die die "kapitalismusimmanenten".
Der ganz große Haken:
Der ganz große Haken ist die Globalisierung.
Zwei Menschen (Mann und Frau) mit einem
monatlichen Einkommen von 1.400,00 € können sich in Deutschland unter den
heutigen Bedingungen mäßig Wohnung, Essen, Kleidung und Auto leisten.
Wollen die beiden mehr: auf Majorka in Urlaub
fahren, nach Indien reisen, eigene Kunstbücher drucken, forschen,
tollen Zahnersatz, neue Technik so müssen müssen sie auf Produkte (
Fluggesellschaften, Benzin, Auto, Druckereien, Fernseher, Kamera u.a.)
zurückgreifen von Firmen, in denen gearbeitet wird und mehr als 700,00
verdient wird.
Die 1.400,00 € werden nicht reichen. Der freie
Mensch organisiert sich dann die Produkte. Aber nicht durch Bezahlung der
teuren Arbeitskräfte, sondern durch eigene Organisation in Form von
Schwarzarbeit und vor allem im billigen Ausland - z.B. Druck von eigenen
Büchern, Kauf von Technik, medizinische Versorgung und vieles mehr.
Bei eine ausreichenden Grundversorgung wird es
genug Zeit geben, billigen Quellen nachzugehen und diese zu organisieren -
das ist angenehmer als in die "Arbeitssklaverei" zu wechseln.
Die meisten werden die heute billigen Jobs
nicht ausführen wollen. Diese Jobs werden entweder entfallen oder teurer
und die Gesellschaft wird damit ärmer.
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Rolf Schälike
Dieses
Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 27.09.2004
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