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Ermittlungen gegen vier Naumburger
Richter
Die Staatsanwaltschaft Halle hat gegen drei Richter und eine Richterin des
Oberlandesgerichts Naumburg ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen
Rechtsbeugung eingeleitet. In dem zugrunde liegenden Rechtsstreit geht es
um den in Deutschland lebenden Türken Kazim Görgülü, der seit Jahren um
ein Umgangs- und Sorgerecht für seinen Sohn kämpft, der von der Mutter zur
Adoption freigegeben wurde. Das zuständige Amtsgericht entschied mehrfach
zugunsten des Vaters, der 14. Zivilsenat des OLG Naumburg hob diese
Beschlüsse aber mit steter Regelmäßigkeit auf - und das selbst dann noch,
als der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte geurteilt hatte, dem
Vater käme "mindestens der Umgang mit seinem Kind" zu. Im Juni
bescheinigte deshalb das Bundesverfassungsgericht dem Naumburger
OLG-Senat, er habe "außerhalb seiner Zuständigkeit unter Verstoß gegen die
Bindung an Gesetz und Recht" den väterlichen Umgang verhindert. Daraufhin
waren mehrere Strafanzeigen eingegangen. Die Staatsanwaltschaft Halle hat
nun, wie ein Sprecher mitteilte, einen "Anfangsverdacht bejaht" und den
beschuldigten Richtern "rechtliches Gehör gewährt"
Quelle:
Spiegel 26. November 2005
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Rolf Schälike
Dieses
Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 29.11.05
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