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Der schlechte Schüler - eine Märchen

Fra, Juli 2006

Es war einmal ein schlechter Schüler, der hatte zu Hause viel gelernt, doch sobald er nach vorne an die Tafel gerufen wurde, hatte er Angst vor den kalten blauen Augen des Mathelehrers.

Wieder einmal stand er vorn und sollte vier Gleichungen lösen mit drei Unbekannten. In diesem Moment wünschte er sich, er wäre klein wie eine Maus und könnte verschwinden durch ein Loch in der Wand. In der Nähe der Tafel flog ein Insekt.

„Igitt,“ sagte der Lehrer,
„schlag` das Ungeziefer tot.“

Der Schüler wollte niemanden töten und öffnete das Fenster, damit das Insekt wegfliegen konnte. Dafür brüllte der Lehrer ihn an. Das kleine Insekt fing an zu leuchten. Es war nämlich eine Fee.

Alles um den Schüler herum wurde immer größer. Da merkte er - an sich herabblickend - nein, er selbst wurde immer kleiner. Er spürte, dass er keine Kleidung mehr trug. Statt dessen hatte er ein Fell und konnte auf allen Vieren laufen.

Unterhalb der Tafel war ein kleines Loch in der Wand, und er schlüpfte hindurch. Erstmal weg von dem Lehrer.

Er kroch einen schwach beleuchteten Gang entlang. Der Gang mündete in einen Saal. Darin war ein Thron. Auf dem Thron hockte eine schwarze Ratte mit einer Krone auf dem Kopf.

„Ah, ein neuer Untertan,“ sagte das Tier, „ich bin der Rattenkönig. Was ist Dein Problem?“
Er erzählte es.
„Lauf ´mal dort entlang. Da geht´s zur Parallelklasse. Hör` denen zu.“

Eine nette Lehrerin erklärte den Schülern alles so, dass sie es verstanden.

„Dahin kannst Du wechseln, wenn Du wieder ein Mensch bist. Aber heute darfst Du den ganzen Tag Ratte sein. Ich hab` auch schon einen Vorschlag, was wir spielen.“

Er fiepte laut. und sehr hoch, immer höher. Eine junge Ratte mit blauen Nagezähnen  erschien.

„Das ist blue tooth. Sie hat von uns allen die größte Reichweite. Deshalb ist sie auch unser Knoternpunkt.

-„Rat –net. Fiiii-iiiiiiiiep. Ich verbinde. Aufruf an alle – wir zernagen dem Lehrer seine ganzen Möbel, bevor er wieder zu Hause ist. Und den Schlauch von der Waschmaschine nagen wir ihm auch kaputt.“

Oh ja. Zusammen mit seinen Rattenfreunden verwüstete der Schüler dem fiesen Lehrer die ganze Wohnung. Am meisten Spaß machte das Annagen des Waschmaschinenschlauchs. In der Wohnung konnten sie baden, und wurden alle gleich schön sauber.

Einige Geldscheine nahmen sie weg und spendeten sie dem VdRD, dem Verein der Rattenliebhaber und –züchter Deutschland.

Der Wecker schrillte. Er war wieder ein Mensch.
Schade. Alles nur ein Traum.

Auf dem Schulhof sagte seine Freundin: „Übrigens. Mathe fällt heute aus. Dem Lehrer ist die ganze Wohnung verwüstet worden. Wasserschaden hat er auch gehabt.“

Auf seine Hand setzte sich ein Insekt. Als er genau hinsah, bemerkte er: es war die kleine Fee, und sie lächelte ihn an. „Sonst noch Wünsche?“

„Ja. Ich will immer eine Ratte sein. Nie wieder Mathe lernen!“
„Genau!“ rief seine Freundin, „ich auch!“

Sie heirateten, bezogen eine hübsche Wohnung in der Nähe einer Futterfabrik und bekamen zwölf Junge (drei Mal pro Jahr).

Als sie nicht mehr ausrechnen konnten, wie viele Kinder sie hatten, wünschten sie sich Matheunterricht.

 

© Alle Rechte verbleiben bei Fra (vollständiger Name hinterlegt bei Rolf Schälike)

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Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 09.07.06
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