DDR und Deutschland Heute

USA Reise - Oktober-November 2004


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Verkehr

Ohne Auto kein Mensch, kein Ausweis. Denn der Führerschein mit der ID ist der Ausweis. Wie sich die Obdachlosen, bettlägrige Rentner oder Blinde ausweisen, ist mir nicht erklärt.

Mit den bettlägrigen Rentnern geht es noch, die hatten mal einen Führerschein, dieser wird nicht weggenommen. Wahrscheinlich irgendwie im Computer für ungültig erklärt.

Anders als bei uns sind die Amerikaner sehr rücksichtsvolle Fahrer. Das macht sich zum Beispiel dadurch bemerkbar, dass man nicht um einen Spurwechsel kämpfen muss, wie es mir schon mal passierte und es dann zu einem Auffahrunfall des hinter mir hupenden Deutsche Fahrers kam.. Auch nahes Auffahren oder "Aufblendaktionen" ist nicht üblich und wird als Bedrohung empfunden..

Insgesamt gesehen ist das Autofahren mit weit weniger Stress als bei uns verbunden!

So sind auch Fahrten von 7 oder 8 Stunden auch von mir als Rentner ohne Probleme bewältigt worden.

Zu der Verkehrsordnung

Eine Umstellung auf die amerikanischen Verkehrsregeln ist nicht nötig. Es wird auch schneller gefahren als erlaubt, ohne sofort erwisch zu werden.

Galja erzählte mir, dass ein Anhalten auf den Autobahn zwar erlaubt ist, aber keinesfalls ein pinkeln in den Büschen. Man wird sofort von den Hubschraubern - die ich nicht sah - gesehen und zahlt hohe Strafen. Wenn nötig ist die Polizei sofort zur Stelle, obwohl ansonsten kaum zu sehen. Ob das alles stimmt, kann ich nicht beurteilen.

Die Ausschilderung ist logisch und ausreichend, die Abfahrten sind jedoch unmittelbar nach dem Schild. Darauf kann man sich schnell einstellen. Auch die Straßennamen hängen oben an den Kreuzungen. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich begriff, welches Schild u welcher Straße gehört.

Es gibt viele kuriöse Verkehrsschilder.
Zwei Beispiele links und rechts. Spaßige Schilder habe ich im Internet gefunden, aber auch viele davon selber gesehen. S. http://www.tommo.de/schilder.php

Die Geschwindigkeitsbegrenzung bedeutet praktisch weniger Staus, weniger Stress und wahrscheinlich auch schnelleres Fahren.

Sehr interessant ist die Regelung, bei der an allen vier Ecken Stoppschilder stehen mit dem Hinweis "4-Way" oder "All Way". Vorfahrt hat der zu erst Angekommene, dann den nächste Angekommene. Die Kreuzung der Fahrtrichtung spielt keine Rolle.
Ob das in Deutschland funktionieren würde? Hier funktioniert das bestens.
In Russland würde man über eine solche Regelung lachen.

Man darf auch bei Rot nach rechts abbiegen, wenn niemand damit gestört wird und es kein ausdrückliches Verbot gibt. Aber das kenn wir ja aus unseren früheren Zeiten, als wir vor mehr als 50 Jahren die Verkehrsregeln lernten.

Boris erzählte mir, dass viele Amerikaner den Blinker nicht ausschalten, weil jede Bewegung zu viel ist. Ich habe das eigentlich auch schon festgestellt und mich gewundert.

Zum Friedhof mit dem Auto

Wir waren auf dem Friedhof von Mihai, genauer wir sind mit dem Auto bis zur Grabstätte gefahren. Das macht Galja immer, wenn sie in der Gegend einkauft. Der Friedhof liegt im Stadtzentrum, ist der älteste und der größte und die Gräber sind für ewig. Landfläche spielt in dieser Gegend, wie fast überall, keine Rolle. Die USA hat sehr viel freie Fläche.

Im Stadtzentrum möchte so und so niemand wohnen. In den netten Häusern am Straßenrand wohnen nur die Ärmsten.

Die Reichen, die ein gutes Auto haben, wohnen alle am Stadtrand oder außerhalb der Stadt.

Shuttles

Öffentlicher Verkehr ist in Columbia so gut wie nicht vorhanden.

Dafür haben alle Dienstleister - Hotels, Autovermieter u.a. - Shuttles (das sind kleine Busse), die einen vom Mietplatz zum Flughafen oder vom Flughafen ins Hotel fahren. Bei den Fahrten ins Hotel kostenlos. Das wird auch in NY so sein. Anne sollte erfahren, ob unsere Vermieter ein Shuttle hat. Bestimmt.
Irrtum, er hatte keines. In NY ist alles anders. Außerdem vermietete unser Vermieter seine eigene Wohnung.

Taxifahren ist teuer und es gibt z.B. in Columbia so gut wie keine Taxis, weil diese niemand nutzt. Ich habe keine gesehen.

In New York ist es anders. Ein gutes dreckiges Subway-Netz und billige Taxen, so viele, dass man manchmal den Eindruck hat, außer den Taxen gibt es in dieser Stadt keine anderen Autos.

Wir zahlten von Kennedy-Flughafen zur 3rd Avenue für 1 Stunde Taxifahrt 45,00 $. Dass ist Standard und steht in der Taxi geschrieben. Ansonsten kommt man mit 10,00 $ in der Stadt recht weit.

Ich nutzte die Shuttles in Los Angelos vom Flughafen zum Hotel und von Hotel zum Flughafen, dann in Columbia von Kansas City bis zur Haustür und später von der Haustür zum Flughafen in St. Loius (ca. 150 km) und in Washington von dem Avis Rent Car Return Platz zum Terminal der Britisch Airways (kostenlos).

Nur für die Fahrten von Kansas City und nach St. Louis musste ich zahlen – 44.00 $.

Ansonsten kann man dem Fahrer Trinkgeld geben, je nach dem, ob er hilft, wozu der Shuttle-Fahrer aber nicht verpflichtet ist. Sein Gehalt ist ausreichend.

Radfahren

Christine: Fahren die Leute eigentlich Fahrrad? Sie müßten ja gute Straßen und Wege dazu haben.

Rolf: Radfahrer habe ich noch keine gesehen. Allerdigst angeschlossene Fahrräder häufig. Am meisten vor der Schwimmhalle.

Die Wege sind zum Radfahren gut geeignet.

Galja erzählte mir, dass in den südlichen Städten viel Fahrrad gefahren wird. Hier in Columbia ist aber der Winter kalt und man kann im Winter nicht  Radfahren.. Deswegen wird auch im Sommer wenig gefahren.

In NY sahen wir viele Radfahrer, natürlich wesentlich weniger als in Hamburg oder Berlin aber mehr als in Moskau. Diese radelten mitten zwischen den Autos, parallel zu den Autos auf den Kreuzungen. Es schien niemanden zu stören. Auf den Brücken gab es parallel zum Fußgänderweg einen Radfahrweg, der auch bewusst mit Höchstgeschwindigkeit genutzt wurde

Radwege sind gekennzeichnet. Auf den Bild ist rechts der Fußgängerweg.

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