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Freizeit Was haben wir in der Freizeit außer Shopping, Fernsehen, Museen, Rundfahrten, Autofahren und Essen gemacht? Ich habe mich viel mit Galja, Slava, Boris, Larissa, Kapustin und Natascha unterhalten. In Manhattan dann mit Anne über ihre Eindrücke und Gespräche mit den Freunden. Ich habe geangelt, Pilze gesammelt, Russik ausgeführt und einen Ausflug nach Missouri erlebt. Bin jeden Tag 50 Minuten ins Uni-Bad Schwimmen gegangen. Für Galja habe ich die Internet-Seite www.galina-popovici.com aufgebaut und ihre Bilder gerahmt. Die Amerikaner arbeiten in ihrer Freizeit als Volontäre. Wir waren heute mit Boris, dem Mann auf dem Terassenbild angeln, gleich am See, der 5 Minuten weg von uns entfernt ist und für den Galja und der Vermieter von Boris jährlich 35,00 USD zahlen. Also dürfen sie dort angeln. Außer uns beiden angelte niemand. Wir haben 9 größere Fische geangelt, davon ich drei. Heute Abend haben wir diese geräuschert mit den von uns gesammelten Pilzen gegessen. Es gab Heinicken-Bier, deutschen Riesling, bulgarischen Käse, selbstgebackenes Brot und Salat. Man kann sich also selbst versorgen. Das tun die Amerikaner aber nicht und so gibt es viele Pilze, die in den nicht umzäunten Gärten provozierend wachsen und genug Fische im kleinen See für die seltenen Angler. Ausflug zum Missouri bei Columbia, MO Gestern waren wir mit einer befreundeten russischen Familie – Boris und Larissa - am Missouri bei Columbia, MO. Dass wir dort waren, ist eigentlich übertrieben. Wir
sind mit dem Auto zur Katy-Train gefahren. Aus dem Internet
Trail
History and Features Katy Trail State Park is built on the former corridor of the Missouri-Kansas-Texas (MKT) Railroad (better known as the Katy). When the railroad decided to cease operation on its route from Machens in St. Charles County to Sedalia in Pettis County in 1986, it presented the chance to create an extraordinary recreational opportunity -- a long-distance hiking and bicycling trail that would run almost 200 miles across the state. Es gibt auf dieser Strecke im Staat Missouri am Missouri keinen Hafen mehr, so gut wie keine Eisenbahn, alles wird nur nur mit den großen Lkw-Lastzügen verteilt. Der Eisenbahn-Persohnenverkehr wird durch die Fliegerei ersetzt. Wir sind nun diesen Weg vielleicht 500 m gelaufen. Es können auch weniger Meter gewesen sein. Runter zum Missouri - jetzt ein kleines Flüsschen, verglichen mit unserer Elbe in Hamburg oder der Wolga in Twer, fast wie die Elbe in Dresden, mit weit ausgetrockneten Stränden, - konnte ich nicht. Die Eisenbahnlinie verlief, wie bei Bad Schandau, oberhalb des Flusses, links umgeben von Sandstein-Felsen. Eigentlich eine sehr schönes Stückchen Erde. Runter zum Fluss kam nicht in Frage, auch das Weiterlaufen nicht. Wir mussten ja zu Fuß, hatten keinen Autosessel unter unseren Ärschen. Dann ging es zurück zur Raststätte, an deren einem Tisch keine alkoholischen Getränke getrunken werden durften. Darauf wies eine Schild mit einem durchgestrichenen Weinglas hin. Ich erinnerte mich ungern an die sozialistische Selbstverpflichtung der Flieger in Dschamul Abab: "Wir fliegen nur nüchtern". D.h.: Es wird getrunken und gefahren. Slava war da keine Ausnahme.
Galja fuhr das Auto, sie durfte also nichts trinken. Wir tranken eine Flasche herrlichen Moussuri-Weisswein, der hier gebraut wird, mit etwas Gebäck. Denn Missouri ist eine gute Weingegend. Wir können den Missouri auch von der Terrasse im Hintergrund erkennen. Die beiden neben Galja sind aus Moskau und ihrer Bolschoj-Theater-Ballerina nachgereist, die in den USA eine eigene Ballettschule betreibt. Tanzen tat sie in den USA nicht, "Weil die Bolschoj-Theater-Tänzerinnen, wie Brötchen gebacken werden", erklärte mir die Mutter. "Außerdem gibt es inzwischen bessere Ballettschulen in Moskau, als die des Bolschoj-Theaters". Larissa, die nette Mutti - nebenbei bemerkt eine Judin - war Leiterin in Moskau eines Instituts, der die Bibel in alle Sprachen der großen Sowjetunion übersetzte. Das schon zu Breschnews Zeiten, finanziert von den westlichen Kirchen. Allerdings geheim vor der großen Sowjetunion und dem Westen, damit dieser die Sensation nicht ausplaudert. Jetzt ist diese zierliche Frau Bücherträgerin in einem Bücherversandhaus und muss Bücher austragen und die Regale hochklettern. Für eine Ballerina-Mutter Schwerstarbeit, wie mir Galja darlegte. Der Ballerina-Vater ist gegenwärtig arbeitslos, weil die kleine Gaststätte bzw. Bäckerei, in der er arbeitete, ihren Superbäcker an eine besser zahlende Firma verloren hat und bis ein neuer gefunden wird, geschlossen wurde. Der Laden möchte keine Minderqualität liefern. Der Mann, Enkel des Admirals der gesamten sowjetischen Untersehflotte, Sohn eines Alkoholikers, war in Moskau Architekt in einem Institut, welchen Metallurgiebetriebe projektierte. Arbeiten brauchte er dort nicht. Sein Geld hat er durch Mitarbeit an den teuren Grabsteinen und Grabdenkmälern hoher sowjetischer Funktionäre verdient. In den USA ist das natürlich unnutz. Er kann auch nicht Englisch und möchte es auch nicht lernen. Außer der Enkelin können alle, mit denen er verkehrt, Russisch. Das reicht ihm. Warum soll er, wie Marx, mit 60 noch eine andere Sprache lernen. Dieser Herr schwärmt nicht so von den USA wie Galja oder vielleicht die kleine Judin. Sie leben in einem kleinen Doppelhaus als Mieter auf der anderen Seite des Sees. Ich werde sie die nächsten Tage besuchen und mit Boris morgen Angeln gehen, denn der gestrige Fischfang, den er uns stolz zeigte, war für ihn sehr erfolgreich. Er versorgt sich ebenfalls wie ich selbst. Er mit Fischen, ich mit Pilzen. Ein sehr verbreitete kostenlose Tätigkeit, um Steuern zu sparen. Das gefällt den Amerikanern Ingenieure machen z.B. Telefondienst bei der Polizei, die Nationalparks sind von Volontären besetzt. Galja unterstützt russische Gruppen. Wird ab und zu angerufen und fährt dann den einen oder den anderen ins Krankenhaus usw. usf. Die Teiche - hier gibt es zwei davon - werden von den umliegenden Einwohnern in Ordnung gehalten. Man darf in denen auch angeln. Galja zahlt 200,00 USD jährlich und achtet auch darauf, dass diese Teiche o.k. sind. heute war sie etwas empört über die zu vielen Wasserpflanzen. Insgesamt ist alles viel sauberer. Leute nehmen Autobahnstrecken in persönliche kostenlose Pflege. Z.B. 2 Meilen. Dafür stehen diese auch als Sponsoren für alle Autofahrer sichtbar auf einem Schild. Um in die Künstlerbranche rein zu kommen, hat Galja sich in einer Verkaufsgalerie als Volontärin angemeldet. |