Sechs Tage in UHA Holstenglacis, Hamburg - Rolf Schälike - April - November 2005Gewidmet Horst-Wulf Lehmann
Vorwort;
Jetzt kann ich
berichten; Mitbringen
dürfen Sie:; Die Zelle 27; Inschriften; Das Essen;
Meinem Freund hat er nicht geholfen, mich jedoch beruhigt, dass für die Bücherverbreitung in der DDR niemand verurteilt werden kann. Ausnahmen: faschistische Literatur und Pornografie. Im Orwelljahr 1984 wurde nun auch ich verhaftet und nach 7 Monaten für die Verbreitung von 7 Büchern in 13 Fällen verurteilt zu 7 Jahren Zuchthaus. Statt Pornografie oder faschistischer Propaganda thematisierten diese Bücher hauptsächlich Menschenrechte. Mein Versuch, die Aussage des stellvertretenden Stasiminister zu meiner Entlastung ins Verfahren einzubeziehen, musste scheitern. Selbstverständlich wurde Mischa, "Garant" meiner Freiheit, als Zeuge nicht geladen. Zehneinhalb Monate saß ich im Stasi-Untersuchungsgefängnis Dresden. So gehöre ich jetzt zur Bruderschaft der erfahrenen Knackis. Später in Hamburg war es mehr als nur ein Abenteuer, zu versuchen, in den heutigen deutschen Knast hinein zu kommen. Als Dolmetscher gelang mir das nicht, da die Knastbrüder ins Richterzimmer geführt werden, wo gedolmetscht wird. Den Knast von innen zu erleben, war mir nicht vergönnt. Ich betreue einen Obdachlosen, und besuchte diesen mehrmals im Gefängnis. Auch dort lernte ich kaum mehr als die Eingangskontrolle kennen; ein paar Beamte im Umgang mit den Besuchern, dazu die Sporthalle, zeitweilig genutzt als Busucherraum. Sport getrieben wurde jedoch nur von Personen im Besitz sauberer Turnschuhe, also von fast gar keinem, berichtete grinsend der Obdachlose. Viel mehr über den deutschen Knast konnte ich nicht erfahren. Am eigenen Leib gegönnt hat mir diese Erfahrung Herr Andreas Buske, Vorsitzender Richter der Zivilkammer 24 - auch Pressekammer genannt - des Landgerichts Hamburg.
Natürlich nicht allein. Sie verpassten mir 3000,00 Euro Ordnungsgeld bzw. 6 Tage Ordnungshaft, "ersatzweise für den Fall, dass dieses nicht betrieben werden kann". Was heißt "nicht betrieben werden kann"? Konnte mir keiner erklären. Selbst meine vielen Rechtsanwälte nicht. Heute weiß ich, dass ich das Recht habe, selbst zu wählen zwischen Ordnungsgeld oder Ordnungshaft, selbst wenn ich einen vielfachen Betrag des Ordnungsgeldes persönlich besitze. So ist nun einmal die Sprache von Andreas Buske, dem Oberwärter der deutsche Sprache in der fleißigen Pressekammer Hamburg, abgesichert durch Gesetze, Urteile des BGH, des Verfassungsgerichts, und nicht zuletzt durch seine verbriefte Unabhängigkeit, im Namen des Volkes zu entscheiden. Knast habe ich natürlich vorgezogen. Bis ich von meinem Recht auf Knast erfuhr, zahlte ich schon auf Raten, welche mir die Justiz ohne Federlesen erstattete. Wen an dieser Stelle der Grund für die Ordnungshaft interessiert, ist dieser einfach zu erklären: Mir wurde durch eine einstweilige Verfügung verboten, 1. zu behaupten, der Antragsteller habe im Gerichtssaal in einer Verhandlung vor dem Landgericht Hamburg am 09.09.2003 die Äußerung "Das war Scheiße" abgegeben, 2. in Bezug auf den Antragsteller zu verbreiten:
Landgericht Ich habe nach diesem Verbot den Internetauftritt geändert in:
Landgericht Hamburg Herr Andreas Buske meinte und Frau Dr. Raben bestätigte, dass auch das durch den Tenor der einstweiligen Verfügung verboten worden war. Inzwischen haben die Verfassungsrichter Papier, Hoffmann-Riem und Verfassungsrichterin Hohmann-Dennhardt die oben beschriebene richterliche Denkweise bestätigt. Endlich war mir mein Knast sicher.
"Draußen" und "drinnen"
In Dresden saß ich in der Stasi-Untersuchungshaft, welche den Erzählungen nach im Gegensatz der U-Haft in der Dresdner Schießgasse der Polizei für die Nichtstasi-Gefangenen nichts anderes war als purer Luxus. Die Vollzugsanstalten waren später für alle Häftlinge gleich. Für die Stasihäftlinge bedeutete die Überführung von U-Haft in ein Vollzugsgefängnis eine Verschlechterung; für die Nichtstasigefangenen vermutlich eine Verbesserung, wie heute üblich in ganz Deutschland.
In Hamburg beschloss Richter Andreas Buske,
mich einzuweisen in die Untersuchungshaftanstalt Holstenglacis für nicht
politische Häftlinge. Im heutigen Deutschland gibt es kein Pendant zu
DDR-Stasi-Untersuchungshaftanstalten; für politisch motiviertes privilegiertes Sitzen.
Das System einer "nichtentehrenden" Freiheitsstrafe, der so genannten
Festungshaft ist Ende des 2. WK abgeschafft. Somit wird jeder Gefangene
entehrt. Keine Stasi-U-Haft, auch keine Festungshaft. Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender HansOLG Beschluss vom 10.06.2005, welchen die Zivilkammer 24 (Richter Buske) kennen und beachten sollte. Eine Untersuchungshaftanstalt ist für einen Gefangene im heutigen Deutschland unangenehmer als die Vollzugsanstalt. Das ist nicht jedem "draußen" bekannt. Gegenüber einem Vollzugsgefängnis besitzt der Gefangene einer Untersuchungshaftanstalt wesentlich weniger Rechte und Möglichkeiten. Er hat noch was zu verbergen, deswegen sitzt er ja auch in einer UHA. Ein Gefangener, der eine Haftstrafe absitzt, kann nichts mehr verbergen, das Urteil ist längst gefällt. Weshalb die Zivilkammer 24 mit dem vorsitzenden Richter Andreas Buske mich ausgerechnet in die Bedingungen einer Untersuchungshaftanstalt gepresst hat, bleibt deren Geheimnis. Versetzt Richter Buske mich das nächste Mal für längere Zeit nach Holstenglacis, so werde ich im Gegensatz zu normalen Vollzugsgefangenen keine Möglichkeiten erhalten zum offenen Vollzug. Denn die Untersuchungshaftanstalt Holstenglacis kann diesen trotz des HansOLG Beschlusses vom 10.06.2005 nicht gewährleisten. Offener Vollzug widerspräche deren UHA-Natur, d.h. deren Zweck. Den Beamten und dem Gebäude derart Multifunktionalität abzuverlangen, überfordert alle, sowohl die Beamten und deren Leitung als auch das alte Gebäude mit seiner inhumanen Zweckbestimmung, unrühmlicher alter und neuer Geschichte. Ich beschloss, die sechs Tage abzusitzen über Ostern. So hielt unsere Firma den damit erlittenen Verlust möglichst gering. Die Kunden arbeiten nicht über Ostern. Über Ostern ist im Knast auch am wenigsten los, also habe ich mehr Ruhe, kann mich meinen Interessen, dem Bücherlesen, widmen. Meine Familie half durch Aufbringen des nötigen Verständnisses. Ich musste mich vorbereiten. In der Ladung zum Strafantritt der Zivilkammer 24, deren Vorsitzender, Herr Richter Andreas Buske ist, war folgendes zu lesen, beginnend mit dem Abschnitt "Allgemeine Hinweise":
.... einige Bücher zur Fortbildung oder Freizeitbeschäftigung ... Heute weiß ich, dass nach Andreas Buskes Sprachverständnis, dieser Hinweis durchaus stimmen kann. Bilden Sie sich nicht ein, sie dürften diese Bücher auch noch lesen. Mitbringen bedeutet noch lange nicht das Recht, die mitgebrachten Bücher auch noch ausgehändigt zu bekommen. Das weiß doch jeder durchschnittlicher Deutscher sowohl auf der Straße als auch in der Kneipe. Über die Aushändigung entscheidet die Anstaltsleitung. Sie entscheidet jedoch, dass bei Haftantritt mitgebrachte Bücher nicht ausgehändigt werden. Kaufen kann man Bücher, doch auch nur in von der Haftanstalt zugelassenen Buchläden oder Buchversandhäusern. Es ist wie mit dem Geld. Mitbringen darf man es, wann jedoch damit eingekauft werden darf, entscheidet verantwortungsvoll die Anstaltsleitung. Einen Unterscheid gibt es zwar, Geld sieht der Gefangene NIE, bei so genannten "Einkäufen" wird verrechnet. Mitgebrachte Bücher dagegen werden im Falle der Aushändigung zum Gefangenen direkt in die Zelle gebracht.
Es kann auch sein, dass Bücher nicht
mitgebracht werden dürfen. Das heißt, Bücher dürfen
nur aus der Haftanstaltsbibliothek und mit Genehmigung der Haftanstalt aus
dem Fach- und Versandhandel gekauft werden. Das sieht die
UHA-Hausordnung vor. Mit richterlicher Erlaubnis dürfen auch noch
andere
Bücher ausgehändigt werden. Das Merkblatt der Zivilkammer 24 könnte eine
solche richterliche Erlaubnis enthalten; hat sich bis jetzt nicht in der UHA
Holstenglacis rumgesprochen. Den richtigen
Gebrauch der deutschen Sprache setzt unser oberster Sprachaufpasser Buske
eben nicht überall durch.
Telefonisch hatte ich mich vor
Haftantritt in der Anstalt erkundigt, ob auch fremdsprachige Literatur
in die UHA mitgebracht werden darf. Da von der Anstalt nicht verlangt werden kann, dass
deren Beamten in fremden Sprachen lesen, vermutete ich die Möglichkeit
eines Verbots des Mitbringens fremdsprachiger Literatur. Nun bin ich über Ostern, in der Hoffnung das halbe dutzend mitgebrachter Bücher lesen zu können, blauäugig erhobenen Hauptes in die UHA Holstenglacis einmarschiert. Was mir abgenommen wurde:
Die Kontrolle fand statt in einem ca. 12 qm großen Raum in Anwesenheit zweier Beamten. Das war netter als in Dresden. Dort stand ich zunächst einmal längere Zeit in einer ca. 1 x 1 m großen Zelle, musste mich dann ausziehen, erhielt Anstaltskleidung. Dass ich auf Zivilklamotten verzichte, unterschrieb ich in der Dresdner U-Haft selbstverständlich nicht. So durfte ich nach sieben Wochen als einziger diese tragen. Hier in Hamburg hatte ich meine Zivilkleidung behalten dürfen. Ich Dresden zog ich mich während der Verhaftung mit der Bitte, mich umziehen zu dürfen, splitternackt aus. Nicht einmal die Unterhose behielt ich an. Die rund ein dutzend Stasi-Leute wussten nicht, wie sie reagieren sollten. Vier Jahre später handelte Bärbel Bohley ebenso. Die Stasi-Leute waren vorbereitet, trieben sie nackt auf die Straße, von da aus ins Auto. Ich spiele mit dem Gedanken, was passieren wird, falls jemand seine Haft in Deutschland Heute antritt, bekleidet nur mit Unterhosen. Auch mein Schreibzeug, die Kugelschreiber durfte ich in die Zelle mitnehmen, leider nicht die Bücher.
Der erste Tag meiner Haft war ein Donnerstag,
der letzte Tag meiner Haft ein Dienstag. Freitag und Montag waren Oster-Feiertage,
also die Knast-Bibliothek war geschlossen. Die meisten "wichtigen" Knast-Entscheider zu Hause.
Die Antwort des UHA-Beamten zum Widerspruch
zwischen den Allgemeinen Hinweisen der Zivilkammer 24, dessen Vorsitzender
Richter Andreas Buske ist, und der Information der UHA-Beamten, dass
mitgebrachte Bücher den Gefangenen nur mit Genehmigung ausgehändigt werden
dürfen, war: Nach zwei Stunden - der Feierabend rückte verheerend näher - beschwerte ich mich bei der UHA-Leitung:
"....
Die von mir mitgebrachten Bücher wurden mir nicht ausgehändigt.
Nach 15 Minuten erhielt ich die Bücher. In der
Dresdner Stasi-UHA wäre das natürlich so nicht durchgegangen. Dort hatte
ich kein
Merkblatt, kannte also meine Rechte nicht. Erlauben Sie mir bitte eine existentiell wichtige Abweichung vom Knastbericht: Mit dieser Veröffentlichung droht mir eine Unterlassungsklage mit einem Strafverfahren, denn ich habe unwahr behauptet:
"....
Im Merkblatt stand ja gar nichts geschrieben über die
Aushändigung. Ich belog die Beamten bezüglich des Vorsitzenden Richters,
Andreas Buske. Es müssten die BGB-Paragraphen 185 und
186 - Beleidigung und üble Nachrede - greifen.
Die Beamten, welche die Beschwerde gelesen haben,
stellen eine Öffentlichkeit dar, wenn auch eine beschränkte. Sehr geehrter Herr Richter Andeas Buske, auch Sie haben die Chance; stopfen Sie mir mein freches Maul sofort an dieser Stelle. Was ich hier ausübe, ist keine Meinungsäußerung, es ist Verleumdung, Beleidigung, wenn nicht üble Nachrede. Ich möchte wieder in den Knast. Bald werden Sie erfahren, warum. Oder versteht mein Anliegen der durchschnittliche Deutsche nicht, und sind folglich auch für Sie als Fachrichter der deutschen Sprache meine Worte nichts als böhmische Dörfer? Nun hatte ich meine Bücher. Jeder, der einmal eingelocht war, wird mir bestätigen, dass der Knast an sich nichts schlimmes ist. Im Knast ist es nicht anders als "draußen". Auch "draußen" ist niemand wirklich frei. Der wesentliche Unterschied: Dass man in einem engen Raum in der Knastzelle absolut abhängig ist von den anderen. Dabei ist man fast machtlos, vergleichbar mit einem Hund, der in die Enge getrieben wird. Diese Abhängigkeit von anderen, die Furcht, was passiert, wenn es brennt, oder Dir schlecht wird, bzw. Du einen Herzinfarkt bekommst, all dies Widernatürliche kann dich verrückt machen. "Draußen" wird dir schnell geholfen, du kannst Dir selbst Hilfe suchen. Im Knast eben nicht. Unterstützt wird diese Furcht noch bewusst durch das laute Knallen bzw. das Schließen der Zellentüren. Du bist in dieser Situation bloß einer von vielen, bedeutungslos. Für die meisten Menschen ist das schon der erste Schock. Nun hatte ich mehr als zehn Monate Stasi-U-Knast hinter mir und wusste, dieses Eingesperrtsein in einer kleinen Zelle macht mir nichts mehr aus. Ohne Umwege im Startloch. Die Beamten taten mir leid. Von den drei Richtern vermutlich nicht nur in meinem Falle missbraucht.
Allein schon der Gang zur Zelle. Der Wachtmeister immer im Abstand von ein bis zwei Meter dirigierend
hinter mir darauf achtend, dass ich keinen Mist baue. Nun versuchen sie mal,
jemanden von hinten aus zu dirigieren, wenn
der zu dirigierende die vor ihm liegende Strecke nicht kennt. Auf dem Gang
zwischen den Zellen musste die Seite mehrmals gewechselt werden, danach ging
es die Treppen hoch und wieder runter, Auch Türen waren dazwischen,
manche mit Schloss, manche ohne.
Allein wollte ich sein.
In Dresden wurde ich
einen Monat lang allein in eine Zelle zur Strafe gesperrt; mir hatte das
Alleinsein besser gefallen als der Kontakt mit zufälligen Zellennachbarn,
vor allem, wenn diese jammerten.
Lediglich wenn es in Knast knapp wird mit dem Platz,
ist es erlaubt, mehrere Gefangene in einer Zelle zusammenzusperren.
Stuhl, Tisch, Waschbecken
mit einem kaputten Spiegel,
Im Stasi-U-Knast dagegen gab es eine Holzpritsche mit einer Matratze. Darauf schlief´s sich besser, als auf der abwaschbaren Matratze des Stahlbetts in HH. In Erinnerung erschien mir das Dresdner "Knastbett" ein wenig menschlicher. Bei Mahlzeiten der Stasi wurde Plastikgeschirr durch die Luke gereicht. Auch das Besteck war aus Plastik. Alles zur Sicherheit der Häftlinge, damit diese keinen Selbstmord begehen bzw. keine Ausbruchwerkzeuge bauen können. Weshalb das in Hamburg anders war - das wissen die Macher. Vielleicht sind Selbstmorde nichts schlimmes. Wen interessiert´s auch? Selbst schuld! Handtuch, Waschlappen, Bademantel hätte ich mitbringen müssen. Eine Thermoskanne hätte ich im Knast kaufen können - doch erst nach der Entlassung, der Kaufmann stand feiertags nicht zur Verfügung. Dasselbe betrifft auch den Fernseher, falls in der Zelle - nicht wie in meiner - Steckdose vorhanden. In ganz Holstenglacis soll´s in den Zellen keine Steckdosen geben. Mein Schreibzeug, meine Bücher und Klamotten hatte ich ja noch. Die ca. 5 mal 2,5 Meter haben mir gereicht. Es waren etwas weniger als in Dresden. Der Dresdner Stasi-Knast wurde etwas später als der Knast am Holstenglacis gebaut. In der Tür kein Guckloch, bei der Stasi gab es eins; es wurde sehr oft von den Etagenkellnern, wie wir liebevoll das Wachpersonal nannten, genutzt. In Dresden gab es an den Wänden und auf den Pritschen keine Inschriften. Die Stasi achtete darauf. In Hamburg konnte ich mich an diesen ergötzen.
Es war schlechter als 1984 in Dresden bei der Stasi. Dort erhielten die Häftlinge das Essen aus der Stasi-Mitarbeiterküche, jedoch ohne Wahl. Der Koch war eindeutig kein Häftling; denn zur Urlaubszeiten - im Sommer und zur Weihnachtszeit - schmeckte das Essen schlechter. Die Beamten in Hamburg behaupteten, dass wir als Gefangene auch deren Essen erhielten. Ich glaube nicht, dass die vom Essen weniger verstehen als die Stasiknechte in Dresden. Ansonsten, - oh, je! Das Essen wird dafür nicht durch die Türluke ´rein geschoben, sondern bei geöffneter Tür ausgegeben von einem doppelt bewachten Kalfaktor. In der Stasi-U-Haft gaben das Essen die Stasi-Etagenkellner selbst aus. Waren sich dazu nicht zu fein. So gab es am Karfreitag zu Mittag Fisch mit Fleischsauce vermengt:
- Bratfisch Sollte das wirklich nur mir geschmeckt haben, auch den Beamten? Was es sonst noch zu Essen gab:
In den 6 Ostertagen 2005 gab es: zum Frühstück (7:15): zu Mittag (11:30): Abendessen (16:30): Als Ganzes ein ausgeglichenes Essen, doch schlechter als bei der Stasi Dresden (auch wenn es dort keine Portionspackungen gab).
"Ich denke eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz" "3,2,1 und tschüß. Ich bin raus! Ha, ha, ha, Ihr seid blöd!" "Die Freiheit hat einen Wert wie keine andere Sache. Das hatte ich nicht erkannt, bevor ich ich hier hinein gelangte!" (russisch) "Heute werde ich entlassen, dann wird erstmal richtig gekifft und gefickt." "Wir Menschen sind die Schlimmsten." "Bleibt cool, Jungs! Das wird super!" (russisch) "Jungs, morgen geht´s in die Freiheit, so werde ich morgen bis früh saufen und alle Hündinnen ficken, aber zunächst hole ich mir die Kohle für das, wofür ich hier saß." (russisch) "Hier war ich Anton Gena. Im Februar zweitausendundvier." (russisch)
"Ob sie dich lieben oder hassen, irgendwann müssen sie dich entlassen."
"Volker war hier, weil er blöd ist! "Gegen Nazis! Nazis raus!"
"Hundesöhne, geben am Wochenende kein Papier.
"Was ist ein Türke mit dem Messer in der Hand?
Inschrift auf der Tür:
"Ich sitze im Dunkeln,
Scheinen militärisch nicht gedrillt worden zu
sein. Oder die Bundeswehr-Befehls-Gehorsamserwartungen sind andere als bei
den zum militärischen Gehorsam gedrillten UHA-Boys der Stasi. Die Knast-Beamten sind als Ganzes ein paar recht angenehme Typen. Bei zweien sah ich keinen äußeren Unterschied zu den Knastbrüdern. So meine Beobachtungen aus dem Fenster beim Hofgang. Habe jedoch keinen Beamten näher kennen gelernt. Meine Beamtenkontakte: - Einlasspförtner - nimmt den Personalausweis ab und benachrichtigt den Abholdienst - abholender Beamter, schweigt, führt mich mit einigen Zwischenstationen zur Nackt-Kontrolle - zwei Beamte bei der Nackt-Kontrolle - ein begleitender Beamter zur Zelle, dann zur Personenerfassung, zum Arzt - Erfassungsdame - Foto etc. - Arzt mit zwei weiblichen Helferinnen - zwei begleitende Beamten des Kalfaktors bei der Essensausgabe - Beamter, dem ich meine Beschwerde wegen der Bücher abgab - Beamter, der ein kurzes Gespräch über die Hausordnung führte - Beamter, der mir die Hausordnung gab - Beamter, der mir die Bücherliste gab - Beamter, welcher mich aufklärte über Taubenfütterungsverbot - Beamter, geht mit zum Arzt am Tag der Entlassung - Beamter in der Reservatenkammer (Aufbewahrung des persönlichen Eigentums der Gefangenen, welches nicht in die Zelle mitgenommen werden darf) - Beamter zur Entlassungs-Beamtin - Beamtin in der Entlassungs-Stelle Nicht erwähne ich die Köche, die Kalfaktoren, die Reinigungskräfte, die meinen Müll entsorgen, sowie Organisatoren, welche dafür sorgten, dass auch Brot, Butter, Obst und andere sehr angenehme Dinge immer in fast ausreichender Menge vorhanden sind. So viel "Umsorgtsein" erlebe ich "draußen"
vielleicht zusammengerechnet mit etwas Glück innerhalb eines ganzen
Jahres. Gesprächsnotizen zum Verständnis des zwischen Gefangenen und Beamten herrschenden Geistes: 1. Die Mülltüte gab ich zum Leeren raus, und ich bat um eine neue bzw. Rückgabe der Tüte für den Eimer.
"Wozu?" Moral von der Geschichte: Mülltüten immer mitbringen. 2. Ich fütterte auffällig-unauffällig die Tauben mit meinem Brot Nach zwei Fütterungstagen geht die Zelltür auf:
- "Füttern Sie bitte nicht die Tauben"
Ich habe mich überzeugen lassen; die Tauben waren wirklich am Hals ohne Federn.
6:45 Wecken
Also hatte ich mir selbst schon eine sehr hohe Disziplinarstrafe auferlegt und war damit frei. Konnte z.B. ungestraft Tauben füttern. In der Zwischenzeit habe ich die mitgebrachten Bücher gelesen, geschrieben, aus dem Fenster den Hofgang beobachtet, geschlafen oder bin ein wenig in der Zelle ´rumgelaufen. Wieder konnte ich mich mit Physik beschäftigen und habe leider Brian Greene "Das einsame Universum" nicht zu Ende lesen können. Die 6 Tage waren viel zu schnell vorbei. Langweilig war es nicht. Es gibt natürlich auch eine Hausordnung, müsste eigentlich in jeder Zelle liegen, auch in türkisch, russisch bzw. den anderen Gefangenensprachen. "Die Gefangenen beschädigen diese sehr schnell, deswegen geben wir sie für einige Tage auf Anforderung," erklärte mir der wachhabende Beamte. Ich erhielt die Hausordnung am Dienstag, also dem vorletzten Hafttag, und konnte sie gleich abschreiben. → Hausordnung UHA Holstenglacis, Hamburg.Entspricht fast wörtlich der Untersuchungshaftvollzugsordnung (UVollzO) bzw. dem Strafvollzuggesetz (StvollzO) .
Vorgenommen hatte ich mir, dem Justizsenator Kusch anzubieten, die
erforderlichen Exemplare kostenlos Holstenglacis zu liefern, auch russisch.
Über Gefängnisse wurde und wird viel geschrieben. Meist sind die Berichte in den Medien und der Literatur nur so, dass man sich wundern muss. Es wird selten beschönigt meistens verteufelt. Das ist kein Zufall, denn was "hinter Gittern" passiert, soll abschrecken. Den normalen Bürger sollten Details, Ursachen und Hintergründe nicht interessieren. Resozialisierung der Gefangenen soll angebracht sein - kaum jemanden interessieren Details. Ein Bürger, welcher alle Gesetze einhält, damit den gesellschaftlichen Konsens, gelangt, so wird im Allgemeinen angenommen, niemals in ein Gefängnis. Denn das Gefängnis ist der Ort für Diebe, Räuber, Mörder und sonstige Lumpen der Gesellschaft, welche weder schaffen, normal zu leben, noch dazu fähig sind. Wird über Gefängnisse wahrhaftig geschrieben, stehen im Vordergrund meist Sensationen bzw. die Popularität des Berichterstatters; von als "Sachzwänge" verkleideten wirtschaftlichen Interessen möchte ich hier lieber schweigen. Dass Gefängnisse sich überholt haben, wird diskutiert, bewegt hat sich nichts. Mein Anliegen besteht darin, dem "normalen Bürger" die Furcht vor dem Gefängnis zu nehmen, sich von diesem Schreckgespenst weder einschüchtern noch missbrauchen zu lassen; als Persönlichkeit in Konflikten mit den Mächtigen zu bestehen, so die sich ihm bietende Chance zu nutzen, daran zu wachsen. Links: Hamburger Abendblatt - 28.02.2006 - Geheimbericht des Europarats über Hostenglacis - rot markiert sind meine Bestätigungen. http://www.strafvollzug-online.de - eine Übersicht mit Gesetzen und Hinweisen zum Strafvollzug Hausordnung UHA Holstenglacis, Hamburg Buskeismus - Seite zu der Urteilen, Beschlüssen und der Prozessführung von Richter Andreas Buske Politische Gefangene in Deutschland Heute
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